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ForumEpik & DramatikFast ein Märchen: "Das waise Kind"

Fast ein Märchen: "Das waise Kind"


15.07.2011 22:58

Es hatte bei der Geburt den Zeigefinger im Mund. Die Mutter hatte sich auf ihr Kind sehr gefreut. Sie hatte seinen Vater so geliebt, dass sie, als er von einer Geschäftsreise nicht zurückkehrte und sie das neue Leben in sich spürte, dachte, immerhin habe ich hier ein Zeugnis unserer Liebe. Jeden Abend schaute sie zum Himmel hoch, ihren Bauch streichelnd, schaute nach dem Abendstern und dachte sich Geschichten aus, die sie diesem neuen Menschenkind von dem Vater erzählen wollte.
Sie war sich absolut sicher, dass ihrem Mann etwas Schlimmes geschehen sein musste, aber sie wusste ihren Liebsten aufgehoben und für immer unvergessen in ihrem Herzen.
Als es sie dann bei der Geburt so sehr zerriss und überall das viele Blut war und sie sich immer leichter und dünner fühlte, es war gar nicht mal unangenehm, da wusste sie zwar noch mit einem Teil ihres Wesens, dass das Kind sie brauchte, aber der Ruf von ihrem Liebsten zog sie ganz leicht und wie magnetisch an und sie entschwebte, nachdem sie ihr Kind gesegnet hatte, in die andere Welt.

*******
Das Kind lag, als man es auf unserer Erde fand, zwischen ihren Beinen und hatte den Zeigefinger im Mund. Es war ein fast braun aussehender, mit Käseschmiere behafteter kleiner Bursche, der fest die Augen zukniff, um nicht gesehen zu werden. Er wurde abgenabelt und da es keine Angehörigen zu geben schien, von dem Bauern, der ihn gefunden hatte, mit Stroh abgerieben und in einen alten Mehlsack gerollt. Danach wurde er von dem Bauern, der einen anderen Bauern um das Eingraben der mütterlichen Leiche bat, in das Waisenhaus hinter dem alten Kloster gebracht. Dort gab es mehr als genug hungrige Mäulchen. Eines mehr machte den Braten hier nicht fett. Braten gab es nämlich nie. Es gab für alle Kinder aus einem riesigen Kessel, der ständig auf der Feuerstelle brodelte, ein Spezialwasser und zwar aus den Krautspenden von armen, aber mitleidigen Bauern, die wann immer sie an dem Waisenhaus vorbeikamen, einen Krautkopf spendend abgaben.
Dies taten sie deshalb, weil sie fürchteten, dass die Not der Waisenkinder über sie kommen könnte und weil es bekannt war, dass man sich beim Vorbeikommen mit einem Krautkopf davon befreien konnte.

Gabriel wurde der kleine Braunbursche genannt, weil er immer wieder seinen Zeigefinger wie eine kleine Gabel in den Mund schob. Er erhielt viele kleine Portionen von dem krautigen Kraftwasser und schob jedes Mal seinen Zeigefinger nach dem wässrigen Mahl in den Mund, ein klein wenig an diesem Finger saugend, als käme da etwas von dem, was jedes Baby braucht, nämlich Milch und Brust als Manna und von Mama zum Lebensstart.
Vielleicht jedoch gab ihm dieser Zeigefingertrick auch das Gefühl, dass da eine echte Mama an seinem Befinden interessiert wäre und ihn mit diesem Fingerchen ein bisschen, ein klitzekleines bisschen liebkose oder ein wenig streichle und ein wenig lieb habe. Die Augen hielt der kleine Braunbursche nach wie vor für fast vier Monate geschlossen, er wollte einfach nicht gesehen werden.
Er schrie nie, auch die anderen Kinder schrieen fast nie, es war so, als habe die fehlende Milch auch das Training der Stimmen unterbunden. So kam es, dass die wenigen Frauen, die sich um diese elternlosen Kinder kümmerten, schon dachten, der Gabriel ist blind.
Nach vier Monaten also blinzelte Gabriel das erste Mal in die helle Mittags-Sonne und schloss sofort wieder fest seine Augen, um nicht gesehen zu werden, denn das grelle Licht war wie ein heller Blitz in seine Seele geschossen und hatte hier ein fast komplettes kleines Paradies hell erleuchtet. Nun musste er weitere acht Wochen die Augen fest geschlossen halten, um besser sehen zu können, was da alles zu sehen war.
Die wenigen mitleidigen Kinderfrauen,
die sich um die Krautwasser-Verabreichungen kümmerten und die waisen Kinderchen jeden Tag auch einmal säuberten, hatten keine Ahnung davon, was Gabriel alles schönes sehen konnte, während seine Augen so fest zusammengekniffen schienen und er immer wieder an dem kleinen Zeigefinger nuckelte.
Sie legten das Kind nach dem Säubern jeweils wieder auf sein Strohlager, -
es gab einen reichen Bauern auf der anderen Seite des alten Klosters, der jedes Jahr im Herbst für all die elternlosen Kinderchen eine ganze Fuhre Stroh spendete, um sich Segen auf seinen Hof damit zu holen, – dadurch mussten die Babys nicht auf dem nackten Boden liegen und hatten mächtigen Komfort, denn in den beiden anderen Waisenhäusern des Landes, in denen auch 0 bis 3jährige Kinder mit Krautwasser versorgt wurden, gab es kein altes Kloster in der Nähe und keinen reichen, spendablen Strohspendebauern und hier lagen die Kinder wirklich auf lumpigen Altsäcken auf dem nackten Boden, aber nackt waren die Kinder ja auch, weil die Armut zumeist nackt macht und das Nackte dann alles bedeckt.

Gabriel hingegen war fein raus, ihm schmeckte das krautige Wasser immer besser, er hatte sich durch die Not daran gewöhnt, wie die anderen Kinder auch, die dank ihrer kräftigen Konstitution diese Tortur der fehlenden Milch überlebten, - und Gabriel hatte ja auch diesen fantastischen Zeigefinger-Trick, den die anderen nicht erkennen konnten, weil er ja die Augen so fest zukniff, damit es und ihn keiner so richtig sehen sollte.

Zudem lag er äußerst gemütlich und sogar einmal täglich gesäubert auf diesem wundervoll weichen Stroh, was bei jeder kleinen Bewegung unter ihm ein bisschen wippte, fast wie in einer richtigen Wiege, was aber stetig und den Gabriel fein einhüllend einen wundersamen Geruch nach Feldern und Korn und Erde und Sonne und Regen und Hunger und Sattwerden und Menschen und Häusern und Wärme und Liebe verströmte und den Gabriel damit bei jeder kleinen Bewegung befächelte und liebkoste, denn Düfte können das ja bekanntlich auch, das Liebkosen.
Manchmal, also manchmal wenn der Gabriel mit einem Zusatztrick, den er allmählich am Zeigefinger saugend entwickelte, also manchmal konnte er in diesem wundersamen Strohduft seine Mama riechen und sofort breitete sich dann in seinem Bauch eine unendliche Behaglichkeit und Wohligkeit aus und er musste während des Zeigefingernuckelns ganz doll schlucken und schlucken und hatte hinterher immer einen Hickser, welcher ihm unglaubliches Vergnügen machte, weil jeder Hickser noch mal die Wohligkeit und diese wunderbare Wärme ganz tief im Bauch und auch in seinem kleinen Herzen erweckte und klingen ließ, wie ein Glockenspiel oder eine Kuschelmaus, die für andere, nicht waise Kinder nach der Mama riechen kann.

Nachdem Gabriel mit vier Monaten durch das Blinzeln in die grelle Mittagssonne seine Seelenwunderinsel entdeckt hatte, der eine dicke Sonnenstrahl war ja durch sein linkes Auge direkt zu dieser Insel gefahren und hatte hier alles hell erleuchtet, erkannte er hier eine herrliche Hängematte, in die er ohne Mühe krabbeln konnte und die wie von Zauberhänden von alleine schaukelte und Gabriel, er ließ sich wiegen und wiegen und wiegen und roch ab und zu das Stroh aus der anderen Welt außerhalb seines kleinen Braunkörperchens und er nuckelte an seinem Zeigefinger und hatte nach all den schönen Bildern und Düften wundervolle Hickser, die ihn allmählich, er war ja inzwischen schon mehr als acht Monate in diesem Lebenserhaltungshaus und konnte seine Stimme nun nicht mehr für sich behalten, zu einer Art Gesang brachte, wie man ihn auch von Katzen kennt, wenn sie ganz doll glücklich sind. Die Katzen tapsen dann immer mit den beiden Vorderfüßen ganz eng nebeneinander und ihr Körper hört sich an wie eine befellte Grille an einem paradiesischen Wonnesommertagabend, manche sagen Schnurren dazu und manche wissen auch, dass es Glück bringt, es zu hören und zu erleben.

Dieser Gesang erklang nun in den ersten Tagen noch ziemlich leise und verhalten, aber zunehmend wurde er deutlicher und die Kinderfrauen schauten erstaunt nach dem Gabriel, der immer dann noch die Augen fest zusammen gekniffen hielt, damit ihn keiner sehen sollte, aber diese melodischen und wohligen Töne aus seinem Mund krabbeln ließ, die zum Teil regelrechte uralte zauberhellhübsche Melodien hatten.
„Was ist das für ein besonderes Kind!“, sagten die Kinderfrauen schon mal zueinander und sie hielten sich gerne in seiner Nähe auf, weil diese Melodien etwas ganz merkwürdiges in ihnen bewirkten: sie fühlten sich, wenn der Gabriel anfing seine Babylieder zu singen, als wären sie ganz leicht und wie ohne Schmerzen, in ihren Herzen ganz warm und wurden voll mit Freude.

Inzwischen jedoch begann Gabriel zu krabbeln und bald auch zu stehen und zu laufen, es ging alles in ganz kurzer Zeit und natürlich machte er jetzt seine Augen auf, weil er ja selber sehen musste, wo er hintrat und hinging. Auf jedem Herweg summte er vor sich hin mit einer engelsgleichen Stimme, so rein, so voll und wunderbar, dass alle, die es hörten, ein bisschen glücklicher wurden.
Er war auch ganz geschickt mit seinen beiden braunen Händchen, hatte aber die Angewohnheit, immer wieder an seinem Zeigefinger zu lutschen. Dabei kniff er jeweils mindestens ein Auge zu, damit er nicht so sehr gesehen werden konnte und tauchte rasch in und auf seine kleine Paradiesinsel ab. Hier hatte sich einiges verändert. Es gab jetzt eine echte Paradies-Katze, die ganz oft vor Gabriel saß, ihm mit einem Auge zuzwinkerte, mit den zwei ganz eng stehenden Vorderpfoten abwechselnd tapste und dabei wie ein lebendiger Vibrierkörper zirpte wie eine Grille. Natürlich wusste Gabriel noch nichts über Grillen und dachte, so ist das nun mal mit diesen Katzen und er kauerte sich vor sie hin und fing auch an zu zirpen, in einem ganz hohen, äußerst melodischen Ton, der sogar außerhalb seiner Paradiesinsel zu hören war und zwar bis in die letzte Ecke in dem Waisenhaus und wenn dieses geschah, es passierte jeden Tag mindestens einmal, manchmal sogar zweimal, an einem ganz besonderen Sonntag passierte es sogar viermal, dann bekam die Katze vor ihm ganz große Leuchtaugen in einer wundersamen Form, mit bergseeblauen dicken Kreisen und Sternen darauf wie Sterntaler schwimmend und ganz hell und wärmend und weitend und leuchtend und das machte dem Gabriel ein Gefühl, als würde er als Reiter in Gottes schöne Welt los reiten können und es wäre alles ganz ganz herrlich und leicht und der Reiterfahrtwind würde ihn fächeln und die Sonnenstrahlen küssten sein Gesicht und es war vollkommen klar, dass Gabriel zwar noch nichts sagen konnte, denn seine Sprechkunst würde noch sieben Monate auf sich warten lassen, -
aber seine kleine Kinderseele hatte ein Bild von seiner Zukunft erhalten.

Die wenigen Kinderfrauen, die diese armen Waisenkinder ehrenamtlich, also unentgeltlich betreuten, diese Kinderfrauen, die von einem Kloster organisiert waren, konnten natürlich die Katze, vor der Gabriel zunächst jeweils kauerte, um es sich aber bequemer zu machen, dann auch kniete, diese Katze mit den Wunderkreisaugen konnte also keine der Kinderfrauen sehen und so sahen sie den Gabriel nur knien, mit dann aber doch schon zwei zugekniffenen Augen, er wollte ja nicht so gerne gesehen werden, - und sie hörten diese melodischen Melodien, die tief aus ihm zu strömen schienen und an dem besagten Sonntag, wo das vier mal passiert war, da sagten sie zueinander: „das ist wie eine Belohnung für unsere Arbeit und Mühe, denn es ist schöner anzuhören als der Kirchenchor am Sonntag und es verzaubert uns den Tag in etwas ganz lichtes und wie die Töne hoch angesiedelt sind, oh ist das aber schön mit diesem Kind!“

Nun begannen sie doch, den Gabriel fast ein Bisschen zu verwöhnen, weil er ihnen so viel Freude mit seinen Melodien machte und die eine Kinderfrau brachte von zu Hause etwas selbst gewonnenen Honig mit und strich davon dem Gabriel auf seinen Lieblingslutschlinkszeigefinger und als Gabriel seinen Zeigefinger in den Mund führte, schmeckte er sofort diese völlig ungewohnte unglaubliche Köstlichkeit, die sofort von seinem Mund in seine Seele wanderte, von da den Bauch wärmte und auch das Herz, sodass der ganze Gabriel vollkommen vor Glück stillhielt, fest die Augen zusammen kniff, damit es und ihn keiner sehen konnte und als könne er es nun gar nicht mehr aufhalten, zu singen anfing mit diesen hohen melodiösen Liederweisen, die wie uralte Gesänge zart durch die Ohren und die Haut in die Seelen der sie hörenden Menschen klangen…

Gar nicht schlecht jedoch staunten die Kinderfrauen, als der Gabriel anfing, da war er mal gerade knappe zwei Jahre in diesem Lebenserhaltungshaus, und er war ja immer noch ein braunhäutiger, inzwischen drahtiger kleiner Bursche, der, obwohl er so oft seine Augen zusammen kniff, damit ihn keiner sehen sollte, alles was er in die Händchen nahm, mächtig geschickt hinstellte, oder es sich lange mit offenen Augen anschaute und untersuchte, um es dann vorsichtig abzulegen, als der Gabriel also zunächst den noch liegenden Babys den linken Zeigefinger in den Mund steckte, wenn er dran vorbei kam, einen kleinen Augenblick innehaltend, als wollte er sagen: hier, du darfst auch mal meinen Mamaersatztröstelinksfinger genießen und danach steckte er den kleinen Heimbewohnern dann ein mit Krautwasser getränktes Läppchen in den Mund, was mit einem Ende dick über das Kinn fiel und da ein bisschen tropfte, wo aber das kleine Heimgeschwisterchen dann anfing zu saugen und so eine Zusatzportion Lebenserhaltungskrautwasser hatte.
Man hatte hier keine Milchflaschen mit Saugern für Babys, was ja bekanntlich auch für Wasser oder Tee zu nehmen geht, aber es gab diese Babymilchflaschen nicht, es gab ja auch keine Milch, es war ja alles mit Armut bedeckt – allerdings war dieses Waisenhaus aus zwei Gründen fein raus, sie hatten, wie schon erwähnt, das Stroh von diesem wundervollen Strohspendebauern und sie hatten den Gabriel mit dieser engelsgleichen Stimme, die Gabriel nicht für sich alleine behielt.
Die Kinderfrauen waren äußerst erstaunt über Gabriel und merkten, dass er es immer bei den Kindern tat, die tatsächlich besonders ausgehungert schienen, obwohl diese Kinder dann nicht schrieen, als wüssten sie, dass sie Kraft sparen müssten.

Und nun wäre es schon spannend, wie es weitergeht, das, also ich verrate hier so viel, dass nämlich der Gabriel mit knapp vier Jahren eine wundervoll feine Vizeersatzmama bekommt und ein ganz wunderbarer Sänger und Musiker wird, wenn er noch nicht groß und später ganz ganz groß ist, der alle, alle Menschen, wenn er diese herrlichen Töne singt, ein bisschen leichter und erfreuter macht, was ganz, ganz viel bedeutet, dass es aber sicher noch einige Episoden zu berichten geben könnte…

*- eine davon ist vielleicht die Geschichte, die der oder diejenige, diese Geschichte lesend, selbst erlebt hat, oder die er oder sie sich selber ausmalt und dann sehen wir mal, wie es mit und auf der Paradiesinsel weitergehen wird, weil und das wissen nur wenige, jeder Mensch, wenn er ganz genau hinguckt, in seiner Tiefe, mit ganz fest zugemachten Augen seine eigene Wunderinsel finden kann und vielleicht wie der Gabriel eine Katze mit Wunderkreisfarbenringenaugen oder einen Hund mit Wunderkreisfarben-ringenaugen, oder eine Gottesanbeterin mit feiner hellsmaragdgrüner Leuchtfarbe entdecken kann, oder auch andere Wunschtraumkrafttiere, welche vielleicht auch mit den Vorderfüßen tapsen und wunderschöne Töne singen und dieses wundervolle Melodiensingen ist dann allerdings nur innerlich, ist nach außen stumm, das heißt für andere nicht zu hören, was aber nicht schlimm ist, darum muss man sich keine Sorgen machen.
Vielleicht hat die eigene Paradiesinsel aber auch gar keine Hängematte, statt dessen aber ein schönes breites Boot, in dem eine feine Matte liegt mit einem Kopfkissen und einem ganz gefüllten Leckereien - Picknickkorb, die Paradiesinseln sind ja nie von Armut bedeckt oder nackt, da gibt es immer alles, was gebraucht werden könnte – und vielleicht legt sich der Leser dieser Geschichte dann in das Boot und lässt sich wiegen und wiegen und wiegen, so lange, bis das Schnurren zu hören ist oder das Tapsen zu fühlen ist von ganz, ganz glücklichen paradiesischen Tieren…
Man muss es nur finden und schauen und genießen, dann ist es für diesen Moment so schön wie fast im großen Garten Eden!

Manchmal steht vielleicht ein Tannenbaum geschmückt mit Kerzen dabei, dann haben wir Weihnachtszeit, liegt gelegt ein buntes Ei, dann ist der Osterhase nicht weit, im Sommer sieht man eher Badehosen und Rosen, und zum Erntedankfest liegen immer Äpfel und ein paar Pflaumen und Birnen und Ähren in einer Schale, und man fragt sich allemale, was mag der Schlitten nur bedeuten und auch die Glocken, die dann läuten und all die weißen Flocken, die nach draußen locken und die Dosen, sind es Zauberdosen???…

DH 25.11.2006

30.09.2011 20:19

Liebe Dorothea,
nun habe ich diese zauberhafte Geschichte zum zweiten Mal gelesen. Welche Emotionen du mit ihr in mir ausgelöst hast, kann ich kaum beschreiben. Da ist zum Einen dieses schutzbedürftige, liebenswerte Wesen Gabriel, dem man sich von Anfang an verbunden fühlt und den man am liebsten fest in seine Arme schließen möchte. Aber dann wäre den armen "Waisengeschwistern" der Lichtblick im Dunkel genommen. Zum Anderen formiert sich die stille Bescheidenheit des Glücklichseins zum Kontext, die doch so wenig braucht um (eine Seele auch in Trostlosigkeit immer wieder) aufzurichten. Gabriel vermittelt das absolut Reine und Unschuldige, das Beschützens- und Liebenswerte und das natürliche Vorhandensein einer (Überlebens)Stärke aus sich selbst heraus, die er selbstlos weitergeben und welche vielen anderen Menschen Mut machen kann.
Ja, es gibt Menschen – auch unter uns - die solche Stärke in sich tragen, zum Glück! Und es gibt auch Menschen, welche diese dringend gut gebrauchen können. Wie gut dass es diese Ausgewogenheit gibt!

Mich hat diese Geschichte berührt. Sie ist so sensibel geschrieben, dass man in ihr getrost versinken darf.
Ich sehe für mich bestätigt, dass das wirklich Wichtige im Leben die kleinen Momente sind, aus der wir unsere Kraft beziehen – ob man sie nun träumend mit geschlossenen Augen hereinbittet oder mit offenem Blick klar ausfindig machen kann. Jeder hat seine Weise woher er Stärke, Überzeugung und Freude bezieht. Der sicherste und natürlichste Weg ist immer dies schon mit allereinfachsten Mitteln zu können, denn diese sind immer und überall vorhanden!

Ich hoffe, es wird eine Fortsetzung geben.

Nachdenkliche Grüße
von der Wolkenfliegerin
kitkat
03.10.2011 10:59

Wahr und aus
dem Herzen gesprochen,
viele erkennen den Wert des Kleinen
gar nicht oder tun ihn als sonderlich ab
kennen wir aus der Geschichte
und wird immer wieder geschehen.
Hast Du Deine Insel gefunden
schließe die Augen und halte sie fest
so wie ich
vertraue auf und in Gott
bring' Freude in die Welt
schön wär's.

Danke liebe Dorothea, Du bist ein Gabriel , schön für die, die es erkennen!
Herzliche Grüße Jutta

03.10.2011 14:47

-
Ihr zwei Ladys habt mir alle Antworten weggenommen und alles was ich noch hinzufügen könnte wäre Plagiat oder der Geschichte nicht gerecht!Es ist einfach schön das es Menschen gibt die ihr Herz öffnen und es der Allgemeinheit in Form von Poesie udn Lyrik zum "schauen" geben! Du liebe Dorothea bist eine von diesen Menschen! LG Anton
kitkat
03.10.2011 17:25

-
Ja so sind die Lady's
Männer gewöhnt Euch dran !

03.10.2011 17:28

-
Mein Kompliment an Euch Damen sollte aber keinen "Kampfruf" erwirken! Hihihihihi

04.10.2011 14:25

-
Natürlich ist sowieso alles ganz wunderbar was hier geschrieben wird.

Hier aber der Versuch einer konstruktiven Kritik:

Der Text müsste dringend lektoriert werden. Es gibt schon am Anfang viele Dopplungen des Wortes "Bauer".

Zitat: Und dann begannen sie doch den Gabriel...und die eine Kinderfrau brachte...

Die "eine Kinderfrau" ist ein etwas vager Stilbruch, weil diese Erzählart ( die man natürlich betreiben kann) nirgends vorher und auch später in dieser lockeren Form wieder auftaucht.

Insgesamt wirkt die Mitte des Textes unverhältnismäßig weit ausgedehnt. Ich würde Kürzungen und Raffungen vornehmen!
Negativ empfinde ich den Schluss. Er wirkt schablonenhaft und orientiert sich an jenen bekannten Vorbildern in denen sebstverständlich eine Brücke zur eigenen Phantasie des Lesers geschlagen "werden muss". Es fehlt ja sonst der pädagogisch wertvolle Wink mit dem Zaunpfahl, dass mit eigener Phantasieanstrengung ähnliche Welten selbst erschaffen werden können und auf gar keinen Fall lediglich Vorgekautes konsumiert werden sollte. Diese Art des Aufbaus empfinde ich inzwischen als Brandschneise, da er wirklich von nahezu jedem betrieben wird.
Auf Literaturplattformen findet man aberhundert Märchen und phantastische Geschichten, die alle dieses Strickmuster aufweisen.

Gut an der Geschichte ist ihr Anfang. Schön fand ich, dass der Junge die Augen nicht öffnen mochte, weil er offensichtlich eine Innenwelt bewahren wollte. Die Idee mit den Hicksern ist prima, es kommen Assoziationen a la patrick Süsskind, das Parfüm. Dort befindet sich der Protagonist ebenfalls in einer selbstgeschaffenen autistischen Welt.

Wenn zum Schluss die Erzählerin eine Brücke vom eigenen Text zum Leser schlägt, wird die Grenze zur unzulässigen Selbstkommentierung überschritten. Ich möchte nicht von der Autorin erklärt bekommen, wie ich den Text zu verstehen habe, sondern ein solch angestrebtes Verständnis muss sich dem Leser aus dem Textverlauf selbstständig erschließen.

Grüße
kitkat
04.10.2011 17:12

Wissen wir doch
wir machen doch nur Spaaaß!!!
L.G.a.Anton :

04.10.2011 19:20

Da
bin ich aber froh , meine Damen!!!!!Kann also meine Rüstung wieder wegtun!Lach , lach!
kitkat
04.10.2011 21:13

Na klar,
wir würden Dir niiie etwas antun....

05.10.2011 08:06

-
da bin ich jetzt wirklich erleichtert, hihihih

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