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ForumEpik & Dramatikeine Geschichte aus meiner "Magic world"

eine Geschichte aus meiner "Magic world"


01.12.2011 20:43

Herbstmode

Am schiefen Ufer des fortwährend dahinplappernden Baches steht ein Haselnußstrauch, in Herbstwindmode dahinflatternd. Sein bräunliches Spätsommerkleid passt ihm nicht. Verdrossen über dieses Missgeschick, vom Herbstwind unterstützt, neigt er sich mit einigen seiner ungeraden Äste über das Wasser, um zum wiederbräunlichsten Male sein Spiegelastbild zu betrachten.
Da soll doch das Sturmpfeifen durch die Äste fahren, denkt er, da wäre es doch gleich besser, nackt zu sein.
Der Ahornbaum, ganz in der Wuchsnähe pflanzend, strahlt im schönsten gelbockerorangen Blattkleid. Jedes Jahr zur selben Zeit prahlt er, von weitem erkennbar, von Nebel und Kältemoden unterstützt, mit seinen neuesten Herbstkreationen. Natürlich erzeugt er großes Aufsehen bei Wind und Wetter, die mit Freude jede Gelegenheit nutzen, diese protzig zur Schau gestellte gelbockerorange Herrlichkeit zu verblasen.
Die Pappeln am rechten Ufer des Baches können davon ein Lied schütteln. Sie sind die ersten, die ob dieses Schabernacktreibens ihr Herbstkleid verlieren und nackt dastehen müssen. Es ist ihr Alter, die Kleiderblätter halten nicht mehr so gut. Verlegen und trotzdem neugierig blicken die jungen Erlen auf die geraden Stammleiber der nackten Pappeln. Sie hatten in diesem Jahr die erste Belaubung und noch nie zuvor sahen sie einen nackten Stamm oder Astleib. Die armen Dinger haben auch noch immer ihre Spätsommerblattbekleidung an. Der Haselnußstrauch, inzwischen von Wind und Wetterstreit völlig entkleidet, und nicht vom Sturm, scheppert nun vor Angst und Kälte mit seinen nackten Ästen. Die Angst, nun wieder wie letztes Jahr, beschnitten zu werden, lässt seine Äste verkrümmen.
Allein die Blautanne denkt sich unbekümmert und völlig versnobt in den lieben Tag hinein. Windwetter und Sturmwind meiden ihre Nähe und ihr geblasenes, verregnetes Schabernacktreiben fruchtet gar nichts. Die Nadelgespitzte Blautanne geht auch nicht, wie die anderen, mit der Herbstmode. Wozu dieser Aufwand, denkt sie, Nadelstreif reicht völlig.
Die Sonne schließt ihre Glutaugen und fordert Wind und Wetter auf, ihr Treiben einzustellen. Ruhe und Nacht ziehen über das schiefe Ufer des nun nicht mehr plappernden Baches und zum letzten male betrachtet der nackte Haselnußstrauch sein Spiegelastbild im in Finsternis versinkenden Wasser.

01.12.2011 22:27

Traumhaft
und einfach herrlich, durch und durch.

Begeisterte Grüße von Dorothea

01.12.2011 22:30

vielen Dank
liebe Dororthea!Dein Wort ist mir sehr wichtig udn deshalb freu ich mich auch so sehr!Lg Anton

02.12.2011 07:14

...im Übrigen
ist mir diese magische Konversation noch vor dem Einschlafen gestern durch den Kopf gegangen und ich bin sehr amused eingeschlafen.
So schöne Wortspiele. Das begeistert mich immer.
Auch heute liebe Grüße und Glückwünsche zu Dir und Deinen Werken von Dorothea
kitkat
02.12.2011 15:52

Ich kann ja
den Haselnußstrauch verstehen,
unser großer Gummibaum im Garten hat sich
dagegen fast krumm gelacht,
na, der soll warten
komme noch mit der Schere,
und dann hat sich das auch ausgelacht.

Danke für die schöne Plauderei am Nachmittag, wenn ich schon keine Torte.....

 


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