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ForumEpik & Dramatik„frei“ schaffend

„frei“ schaffend


18.12.2011 08:05

Musste mit einem vierten Licht heute morgen nachdenken. Und zwar über die Kraft von Bildern. Dass ein jedes Wort durch seine äußere und innere Bedeutung eine extrem starke Kraft hat ist mir, die ich immer in die Wortbedeutung spüre, völlig bewusst.
Die Kraft eines Bildes, das ich mir beispielsweise in meiner Wohnung vielleicht an der Wand oder in einem Museum, im Internet Augensound, oder wo auch immer anschaue, ist immer auch eine mehrfache.
Da gibt es die vordergründige erste mag-ich oder mag-ich-nicht Affinität.
Dann gibt es die Untersuchungs-auslösende, die für Kommentare zuständig sein mag.
Es gibt die subtile Kraft, die unterschwellig in meinen Geist und meine Seele weiter wirkt, vielleicht sogar meine Träume beeinflussend.
Es gibt kleine Einhakkräfte, die eine spontane Reaktion von Ablehnung oder Zustimmung aufrufen können.
Es gibt die aufbauenden Kräfte und solche, die durch Bildanteile wie ein Balsam alte Wunden besänftigen und beheilen. Diese haben oft einen gewissen Märchen - artigen Charakter und sprechen alte in der Kindheit geprägte Muster von Lösungsbeispielen an.
Es gibt die Appellkräfte, die an den Wunsch – Türen rütteln
und die Schüttelkräfte, welche die vorhandenen inneren Bilder im Menschen einmal oder auch mehrfach durchschütteln, sie möglicherweise dabei entstaubend und oder auch andere Verknüpfungen herbei schüttelnd.
Aggressionsauslöser Kräfte führen dazu, dass der Betrachter sich u.a. sehr viel mehr spürt und mächtig Energien frei gesetzt werden, fast wie eine Traubenzuckertablette für den Körper.
Insofern muss auch die Energiegebende Kraft angesprochen sein.
Kehrseite an dieser Stelle: die Energieraubende Kraft, denn das können Bilder halt auch, dem Menschen von der kostbaren inwendigen Lebenskraft etwas wegfressen.

Von der erotisch stimulierenden Kraft, eine der ganz wichtigen – weil sie den Ipunkt des Lebens betrifft - lebt eine ganze Branche und setzt gezielte Psychologie in und mit Bildern in den Brennpunkt des monetären Gewinns.
Legitim ist die erotisch stimulierende Kraft sowieso, sie wird oft schon bei dem Menschen durch z. B. das angedachte imaginäre Bild des oder der Liebsten aufgerufen. Natürlich auch durch jeden dazu passenden Andockmusterpunkt in Form anderer Bilder.

Persönlich finde ich die phantasieanregenden Kräfte immer sehr spannend.
Gerade kürzlich sah ich ein Bild, das in einer gewissen hübsch-düsteren Manier einen Oldtimer in der Wüste zeigte. Würde ich die Aufgabe bekommen, mit diesem Bild und vielleicht noch zwei weiteren Bildern einen Roman zu konzipieren, würde mir das völlig ausreichen um mindestens 300 Seiten Krimi oder Abenteuerroman mit implizierten Lebensabschnitten, Verwicklungen etc. zu konstruieren. Wörtliche Reden inbegriffen.

Es gibt auch die „ertragbare Kraft“, die bei mir bei der Betrachtung des schwarzen Bildes einer bildlich dargestellten Persiflage des Titels G(e)rippenspiel aufgerufen war. Ich tue mir bei diesen Zombie – Darstellungen sehr schwer, weil die Wort- und Sinnbedeutung eines Zombies eine ist, wo das menschliche Sein seiner Seele von übler Macht beraubt als Hülle verbleibt. -
Ähnlich wie bei einem zugedröhnten Drogenkonsumenten und ich persönlich denke, dass an dieser Stelle die Grenze des halbwegs guten Geschmacks bei Bilddarstellungen schnell überschritten ist.
Aufgerufen wird durch ein solches Bild auch die Kraft der Hilflosigkeit und die Kraft des: das würde ich zu gerne ändern wollen – wenn es denn nur ginge.

Energetisch magnetische, zentrifugierende, schwere, leichte, beruhigende, aufregende, hebende, begeisternde, drückende etc. – all diese Kräfte können in einem betrachteten Bild stecken und sie alle haben Wirkung und Wirkungen.
Deshalb darf auch die subversive Kraft nicht unerwähnt bleiben, auch wenn ich die implizierten Mehrfachkräfte nicht aufzählte, die subversive Kraft kann sich sehr ätzend auswirken und zwar ohne dass es oben drauf direkt erkennbar ist oder indirekt später zu zuordnen sein wird.
Rückblickend lässt sich heute konstatieren, dass ein Mann mit dem Vornamen Adolf mit diesen subversiven Propagandatricks und Kräften ganze Völker manipulierte.
Das Thema Manipulationen kommt jetzt aber nicht, das sind dann anders eingebettete Kräfte.
Mir ging es darum, Kräfte ein wenig zu belichten, die bei Bildbetrachtungen frei oder unfrei Setzungen bewirken.
Dem Sensiblen manchmal unter der Haut erkennbar, dem weniger Hautsensiblen jedoch auch unter dieselbe kommend und „frei“ schaffend.

Dorothea Herweg, Sonntag, 18. Dezember 2011
aus „Zwiegespräche mit einem Animus“

18.12.2011 08:35

Genial
Hoffentlich lesen dsa auch viele hier auf AS. Da kann sich dann wohl jeder eine Handvoll mitnehmen, so wie ich!!!!!!!Sehr professionell !!!

18.12.2011 10:38

Danke, Meister Anton
und Deine Ansicht zu diesem Aufsatz freut mich wirklich.

Liebe Grüße von Dorothea
Dominique
18.12.2011 11:28

-
ich habe gelesen auch wenn es ein so lange Text war

18.12.2011 11:31

...über dieses Herz von Dir, Domi
- da freu ich mich wie eine Schneekönigin.

Liebe Grüße von Dorothea

18.12.2011 11:43

-
von all diesen Wörtern die sich hier in ihrer wundervollen adjektiven und mit bestimmtheit auch "manipulativen" kraft vielfärbig entfalten geht es um angst.

um zu verstehen wie alle facetten wehen
müssen wir eben weite wege gehen

unendlich ist das reich
im glücke und der armseligkeit

ganze bände können vollgeschrieben werden,
um das leben und seine farben zu reinterpretieren, zu archivieren, schlicht zu dramaturgisieren.
um vielleicht zu erkennen, dass vielleicht eine zeit kommen mag in der worte,
nur noch geschichte sind.

doch schon jetzt können wir komprimieren, das der grad der weisheit
aus dem schmutz besteht der uns umgibt, nur durch ihn werden wir auch wirklich rein.

alles gute

18.12.2011 11:47

-
nachtrag:

aus dem schmutz der uns umgibt und durchdringt!

18.12.2011 11:52

danke sehr Herr Q
und liebe Grüße von Dorothea
und auch alles Gute.

18.12.2011 12:02

-
ob Frau oder Herr, wie wichtig ist das hier?

bitte sehr.

18.12.2011 12:13

Sorry, falls das mit dem "Herr" verkehrt
gewesen,
scheint, als gäb es blöde Spesen,
doch egal ob Frau oder Herr,
wichtig ist das Innere...

18.12.2011 12:30

-
um so mehr worte,
um so größer die pforte des unverstandenen

lasst uns alle kinder sein, ob jung oder alt
ob mann oder frau, lasst uns kleine schritte gehen

um endlich alles unverstanden zu verwehen.

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