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ForumEpik & Dramatik….von allem Gegangenem bleibt die Erinnerung …

….von allem Gegangenem bleibt die Erinnerung …


07.01.2012 07:17

selbst eine taube Nuss, lieber Animus, macht in der Erinnerung einen kleinen Vermerk.
Vielleicht wird dieser Vermerk nie mehr heraus gekramt, ich rufe solche Vermerke jedoch schon mal auf und frage mich, ob und wie es hätte sein sollen oder können, dass diese Nuss nicht zu einer tauben solchen geworden wäre, respektive ob es nicht ein neues Gehör für eine taube Nuss geben könnte.
Brecht hat solche Fragen in seinem Organon für den Zuschauer formuliert, der sein episches Theater konsumiert.
Eine Anwendungsanweisung in Form eines Organon für Lyrik habe ich noch nicht gelesen.

Die Lyrik ist eine leise Kunst. Ein Tauber hört das Leise oft viel besser. Er kann Schwingungen anders wahrnehmen.
Die Kraft der leisen Schwingungen hat ein enormes Tiefenbarometer. Auch in der Breite werden wellenartige dem Auge vielleicht gleichsam einem in einen Teich geworfenen Stein sichtbare Kreise und verursachende Ringe berührend bis ans Ufer gewissermaßen wachsen.

Das Leise ist die Chance der Zukunft.

Es gehört auch in die Zwischenräume des menschlichen Daseins. Beim Einschlafen oder beim Aufwachen ist es für eine äußerlich begrenzte Zeit sehr laut. Das heißt sehr deutlich. Das heißt primär.
Dass es beim Aufwachen so schnell überdeckt und weg gewischt wird, ist eine Untugend der Moderne.
An sich brauchte es einige Momente der Würdigung. Des in den Tag Klingens.
Momente der Würdigung bedeuten ein sich selber Wahrnehmen. Ein die persönliche Kraft spüren. Eine Stärkung halt, die den Tag mit hält und tragen hilft.

Dieses machen die Momente der Stille. Sie geben Kraft für den jeweiligen Tag.
Dieses macht insofern auch die Lyrik. Sie hat eine besondere Kraft.
Eingebettet in eine besondere Form der Stille.

Das ist schon fast eine Geheimrezeptur für den an der Moderne so häufig krankenden Menschen.
Eine Art Antidot zum verbrämt scheppernden Handy und Co.

An sich einfach. Und preiswert. Weil durchaus verfügbar.

Siehst Du, mein lieber Animus das auch so?

In diesem Augensoundforum für Lyrik fehlen Bewertungskriterien.
Zwar gibt es eine Kommentiermöglichkeit, die von den Usern jedoch überwiegend gemieden wird, weil sie eine mehrfache Folgeleistung des „Momentes der Stille“ – des in eine lyrische Form gefassten Gedankens mit nicht tagesüblicher sensibler Berührung - fordert.
Bewertungskriterien müssen sich nicht auf die rhetorischen Stilmittel der Lyrik beziehen. Das ist etwas für Fachkreise, oder für Einzelne.
Sie könnten jedoch eine Skala enthalten mit drei bis vier Punkten,
angefangen mit:
rund, nicht ganz rund aber beeindruckend,
beflügelnd, nicht so beflügelnd aber praktisch,
interessant, weniger interessant jedoch so schön ausgedrückt…

Dieses würde dann möglicherweise Rückmeldungen ermöglichen, wovon auch mutig Einstellende über das Feedback eine weitere Motivation zum Posten erhalten.

Ein solches Forum lebt von Einstellungen und von Rückmeldungen dazu. Das ist sonnenklar.

Der letzte Satz gilt auch für die Epik.

Deine Zustimmung, lieber Animus, zeigt, dass diese Lücke zumindest mal angesprochen werden musste.

Liebe Grüße an die Leser von Dorothea Herweg
Samstag, 7. Januar 2012
kitkat
07.01.2012 10:17

Ja das
musste wirklich mal gesagt werden und es stimmt,die Bewertungskriterien müssen aber nicht sein, denn ob einem was gefällt oder nicht, das kann jeder von sich geben auch ohne Kriterien. Da demächst hier sowieso nur noch nichts mehr erscheint, ist es wahrscheinlich eh egal, und, liebe Dorothea, Paviane können nicht lesen....aber Krach machen, das können sie!

Herzlichen Dank für diese Worte und liebe Grüße von Jutta

07.01.2012 11:14

...Also Jutta,
es stimmt, dass Paviane nicht lesen können und Pavianinnen eher auch nicht, es stimmt auch dass sie Krach machen können, viel mehr bleibt ihnen in diesen Zoos doch nicht. In der echten Freiheit, da werden sie wohl singen und tanzen ...
"Ein Bericht für eine Akademie" von Franz Kafka zeigt jedoch sehr deutlich gewisse Möglichkeiten auch für die Spezie der Primaten und deren Unterabteilungen...

Danke für den Beitrag und liebe Grüße von Dorothea

 


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