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ForumEpik & DramatikMärchen

Märchen

r-lilie
21.07.2009 16:13

Märchen
Das verhexte Haus in Damshagen


Aufgeschrieben von Reinhold Lilie
Gezeichnet von Joachim Lilie

Der alte Mann Jakob stand eines Morgens dicht vor seinem Küchenfenster und spähte mit zusammengekniffenen Augen angestrengt durch die Scheiben. Durch den starken Regen konnte man das Gegenüber nur schemenhaft erkennen. Er ging noch dichter, um mehr sehen zu können, aber sein Atem ließ das Glas beschlagen. Quietschend fuhr seine Hand über die angehauchte Stelle und es hatte den Anschein, als wolle er den Regen und das Bild wie an einer Tafel löschen. Ein großes Haus entstand auf der anderen Straßenseite und der alte Jakob hatte Zeit genug das Treiben täglich zu beobachten. Es wuchs und wuchs und würde bald um ein Vielfaches größer sein als das Haus in dem er wohnte. Die wärmenden Sonnenstrahlen würden sich noch seltener durch seine Fenster verirren. Überall in der Stadt ist man am Bauen, neue große Häuser, breite Straßen.
Seine Gedanken wurden durch das Pfeifen des Teekessels je unterbrochen. Er nahm seine Lieblingstasse aus dem Schrank, bereitete sich einen Tee, setzte sich an den Tisch und wartete wie jeden Morgen auf die Zeitung. Langsam zog er seine alte Taschenuhr aus der Westentasche, ließ den Deckel aufspringen und lauschte erfreut dem Glockenspiel, das aus dem Gehäuse klang. Nun setzte er seine Brille auf, sah auf das Zifferblatt und verglich sie mit der großen Küchenuhr.
Der alte Jakob brummelte leise vor sich her: „Hm stimmt, aber bei so einem vermaledeiten Wetter wird die Post sicherlich nicht pünktlich sein.“ Nach einer halben Stunde vernahm er endlich die Schritte des Postboten im Treppenhaus und schon bald das Klappern des Briefschlitzes an der Wohnungstür. Er nahm noch einen Schluck von seinem mittlerweile kalten Tee und holte dann die Zeitung. Als der alte Mann sie auf den Tisch legte, rutschte ein Brief aus den Seiten. Kurz überflogen seine Augen die Adresse: „Vom Notar, hm“, dann legte er ihn beiseite und widmete sich der Zeitung. Nach einer Weile schulte er über den Zeitungsrand zum Brief hin: „Was die wohl wollen?“ Nun wurde die Neugierde immer stärker und er faltete die Zeitung geräuschvoll zusammen, legte sie beiseite, nahm den Brief, öffnete ihn mit seinem kleinen roten Taschenmesser und begann zu lesen. Aus dem Brief war zu entnehmen, dass er, der alte Jakob, ein altes Haus in Damshagen von einer Tante – die er nicht kannte – geerbt hatte, nachdem es alle anderen Erben abgelehnt hatten. Dieses Damshagen sollte sich irgendwo im Klützer Winkel befinden. „ Seltsam wirklich seltsam, hm.“
Er stand auf, ging zum Fenster und sah den Regentropfen zu, wie sie an der Scheibe erst langsam, dann aber, wenn sie sich mit anderen Tropfen zusammentaten, immer schneller abwärts glitten.
„Ich werde mir das Haus wohl mal ansehen, hm, warum nicht.“ Er ging nachdenklich in die Stube und zog einen großen Atlas aus dem Bücherregal. Er schlug das Inhaltsverzeichnis auf und sein Zeigefinger rutschte langsam die Spalte herunter. Dabei murmelte der Alte vor sich hin: „Hm, Da… Da… Damm… Dammm… Damshaaagen, ah ich hab`s: Damshagen, Seite 31.“ Er blätterte die Seite 31 auf und fand den Ort auch ziemlich schnell: „Fast an der Ostsee.“ Er stellte den Atlas wieder zurück, ging in die Küche und sagte dann bestimmend zu sich: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“
Jakob holte also seinen alten Lederkoffer unter dem Bett hervor und packte. Zum Schluss stand er am Küchenschrank und zog sich einen Stuhl heran, stieg auf diesen, steckte seinen Kopf in das obere Fach und kramte darin. Als er eine verbeulte Blechdose mit seinen Ersparnissen in der Hand hielt, stieg er wieder hinunter. Er öffnete sie und entnahm etwas Geld, das er für die Reise benötigen würde und stellte die Dose sorgsam zurück in die hinterste Ecke des oberen Faches. Nun stand der alte Jakob mit einem Regenschirm in der linken Hand und dem Lederkoffer in der rechten Hand reisefertig in seiner Küche, schaute sich noch einmal um und verließ die Wohnung.
Die anstrengende Reise von seiner Stadt nach Damshagen dauerte fast zehn Stunden. Vom Dorfschulzen bekam er den Schlüssel ausgehändigt mit den warnenden Worten: „Das Haus ist verhext! Alle anderen Erben sind schon nach einem Tag Hals über Kopf abgereist. Die überaus reiche Nachbarin des Hexenhäuschens, Frau Knab, wollte schon alles abreißen lassen und keiner im Dorf hatte den Mut das Gehöft zu betreten. Seien Sie bloß vorsichtig.“ Der alte Jakob nahm den Schlüssel und murmelte müde und erschöpft nur: „Hm, mal sehen“ und ging mit seinem Koffer in der rechten Hand und seinem Regenschirm in der linken Hand den beschriebenen Weg. Das Haus stand nicht direkt im Dorf, man musste etwa eine Viertelstunde zu Fuß laufen, um es zu erreichen.
Nun stand er vollkommen geschafft vor der grünen Gartenpforte. Jakob öffnete sie. Die Scharniere quietschten laut. „Brauchen wohl ein paar Tropfen Öl, hm.“
Hinter den vielen Obstbäumen stand ein kleines niedliches Häuschen. Er ging geräuschvoll einen Kieselweg entlang bis zur Haustür, zog den Schlüssel aus seiner Tasche und schloss die schwere Eingangstür auf. Langsam und vorsichtig trat er ein, es war ihm, als wenn er etwas hörte, also rief er erst mal: „Hallo jemand da?“ aber eine Antwort blieb aus. Er stellte seinen Koffer ab und hängte den Regenschirm an einem Garderobenhaken. Vom Flur aus führten drei Türen in drei Zimmer. Der alte Jakob öffnete leise die erste Tür. Er sah eine voll eingerichtete Küche vor sich und im Herd loderte ein wärmendes Feuer: „Seltsam, hm.“ Dann öffnete er die zweite Tür. Da war eine kleine Toilette mit einem tropfenden Wasserhahn: „Vielleicht braucht der eine neue Dichtung“, murmelte er.
Nun ging er zur dritten Tür. Das war die Schlafstube mit einem gemütlichen roten Bett, geblümten Bezügen und einem großen Spiegel. Bei diesem Anblick wurde ihm bewusst, wie müde und erschöpft er sich fühlte und all seine Neugierde verschwand. Er ging zu dem einladenden Bett, legte sich laut gähnend hin und bevor sein Kopf das Kissen erreicht hatte, schlief er schon tief und fest. Dabei schnarchte er so laut, dass die Gardinen leicht zitterten. Was der alte Jakob nicht wissen konnte: es wohnte noch jemand in diesem Haus und dieser Jemand war die kurzsichtige Hexe Luzi. Wenn der alte Mann Geschichten über Hexen, Geister oder Gespenster hörte, tippte sein Zeigefinger verächtlich auf die Stirn und er sagte: „So etwas gibt es nie und nimmer.“
Die Hexe Luzi war so groß wie die Hand eines erwachsenen Mannes. Sie trug eine Art Kleid, das eher aussah wie ein alter grauer Sack und ihre Haare hätte man auch mit einem struppigen Handfeger verwechseln können. Sie saß nun auf der Gardinenstange, schaukelte mit ihren dünnen Beinchen und betrachtete, mit zusammengekniffenen Augen, den schnarchenden alten Mann auf dem roten Bett. Sie sprach zu sich: „Etwa eine Stunde, dann wird der Fremde vor Angst nicht mal den Ausgang finden, hi hi hi.“ Voller Elan sprang sie auf ihren Besen, drehte ein paar Runden unter der Zimmerdecke, heulte, schrie und kreischte, aber der alte Mann schlief. Nun flog sie in den Flur und schmiss den Regenschirm von der Garderobe gegen die Schlafzimmertür. Doch sie hörte immer noch das regelmäßige Schnarchen des Alten: „Bei meinem Hexenzahn, der schläft ja wie ein Stein“. Jetzt wollte sie gerade wütend in die Küche fliegen, aber durch ihre Kurzsichtigkeit verfehlte sie die Tür um ein paar Zentimeter, klatschte gegen den Türrahmen und fiel auf den Dielenboden.

http://www.augensound.de/bild38046-illustrationen-die_kleine_hexe_1_

Nun kam noch der Besen hinterher, knallte zu allem Unglück auf ihren Kopf und ließ eine Beule wachsen. „Verfluchte Hünerkacke nochmal!“ Schlecht gelaunt stapfte Luzi auf ihren dünnen Beinchen in die Küche und zog ihren Besen hinter sich her. Jetzt besorgte sie sich eine Kelle und trommelte wie eine Wahnsinnige auf den Töpfen und Pfannen. Nach einer Stunde war sie völlig erschöpft und ratlos, denn der alte Jakob schlief und schnarchte immer noch. „So was ist mir ja in meinem ganzen langen Hexenleben noch nicht über den Weg gelaufen, bei meinem Hexenzahn, es scheint ja fast so, als sei der Alte taub. Aber ich werde ihn morgen schon kriegen, hi!“
Dann ging Luzi müde in den Besenschrank, öffnete ihren Karton, krabbelte hinein und schlief schnarchend ein.
Am nächsten Morgen erwachte der alte Jakob frühzeitig. Er fühlte sich ausgeschlafen und seine Neugierde wurde durch die ungewohnte Umgebung abermals geweckt. Als er den Regenschirm auf dem Flur liegen sah, dachte er nur: „ War wohl sehr müde gestern, hm“ und hängte ihn wieder an den Garderobenhaken. Nun bekam er Hunger und machte sich auf die Suche nach etwas Essbarem. Dabei stieß er nur auf einen schnarchenden Karton in der Besenkammer. Der alte Mann dachte es wäre ein Igel, der sich zum Schlafen in die Besenkammer zurückgezogen hatte und wollte ihn nicht weiter stören. Als seine Suche erfolglos blieb, beschloss er in das Dorf zu gehen um Brot, Butter, Milch und ein paar Eier aufzutreiben. Zuerst ging er zur Nachbarin, der reichen Bäuerin Knab und fragte nach ein paar Eiern. Doch er sollte viel zu viel bezahlen, lehnte dankend ab und ging weiter. Nach einer Stunde hatte er alles von einem hilfsbereiten Bauern für einen annehmbaren Preis bekommen und nun bereitete er ein schönes Frühstück. Für den vermeintlichen Igel, der immer noch schnarchte, füllte der alte Jakob ein Schälchen Wasser und etwas Milch und stellte es vor die Kiste. „Hm, nach dem Essen werde ich mir erst einmal das Haus richtig anschauen und dann werden wir weitersehen.“
Er kochte ein Ei und bereitete sich einen Tee. Während er aß, hörte das Schnarchen auf: „Hm, der Igel hat wohl ausgeschlafen.“ Er hörte auf die merkwürdigen Geräusche in der Besenkammer.
In dieser ist die kleine Hexe gerade erwacht und reckte sich gähnend, stand dann auf, öffnete ihren Karton und trat hinaus. Aber plötzlich rutschte sie in die Schüssel und fing schon im Fallen an zu fluchen: „Verdammt, bei meinem Hexenzahn, welcher Trottel will mich, die Hexe Luzi, in einer Milchschüssel ersäufen?“ Dann folgten nur noch gurgelnde Wortfetzen aus der Besenkammer.

http://www.augensound.de/bild38090-illustrationen-die_kleine_hexe_3_

Der Alte war vor Schreck erstarrt, aber dann ging er vorsichtig immer noch mit seinem gekochten Ei in der Hand zur Tür der Besenkammer und machte sie nur einen Spalt weit auf, so dass er gerade mit einem Auge hinein sehen konnte. Dann fiel ihm vor Schreck das Ei aus der Hand. Aber was war das: eine kleine zappelnde Frau in der Milchschüssel. „Das kann doch nicht sein!“ Und er öffnete die Tür nun ganz und tatsächlich, dort strampelte und schrie eine kleine Frau in der Milch. Er bückte sich, ergriff sie mit zwei Fingern am Kragen und stellte sie tropfend und immer noch zeternd auf den Küchentisch. „Ruhe!“ rief der alte Jakob und Luzi plumpste vor Schreck auf ihren Po. Nun saß sie da wie ein kleines, wirklich kleines Häufchen Unglück. „Wie, wie, wieso bist du so klein?“ fragte der Alte und Luzi antwortete: „Und warum stotterst du?“ Jakob sagte langsam: „Ich stottere nicht, du hast mich ein bisschen verwirrt, aber wer bist du nun eigentlich?“ Ich bin die Hexe Luzi.“ Nun sagte der alte Jakob zu ihr: „Zieh erst einmal dein nasses Kleid aus. Ich will es waschen und dann trocknen, sonst holst du dir noch einen Schnupfen.“
„Nö“
„Doch“
„Nö, werd ich nicht.“
„Doch du wirst.“
„Aber ich schäme mich.“
„Warum schämst du dich?“
„Weil, na weil ich, weiß auch nicht.“
„Nun mach schon. Gib endlich die nassen Kleider her.“
Luzi stellte sich hinter die warme Teetasse, zog ihr Kleid aus und reichte es ihm mit ihren dünnen Ärmchen.

http://www.augensound.de/bild38070-illustrationen-die_kleine_hexe_2_

„Die Unterwäsche auch“, sagte der alte Jakob.
„Nö.“
Er hob die Augenbrauen hoch und sah ihren struppigen Kopf hinter der Teetasse.
„Nun mach schon.“
Nö, du guckst.“
„Nein kann ich nicht. Meine Augen sind zu schlecht und wenn ich richtig sehen will, muss ich mir meine Brille aufsetzen.“
Luzi schaute erstaunt um die Teetasse herum zum alten Mann.
„Wie, Brille?“
„Na Brille eben. Das Ding mit zwei geschliffenen Gläsern, was dahinten auf dem Tisch liegt. Damit kann ich lesen und schreiben, sonst würde ich doch keinen Buchstaben erkennen können.“
Luzi kniff ihre Augen zusammen und ging auf das Ding zu, um es besser sehen zu können. So stolzierte sie neugierig mit ihrer rot gepunkteten Unterwäsche über den Tisch zur großen Brille und vergaß den alten Mann dabei.
„Gib jetzt endlich deine Unterwäsche.“
Schreiend lief Luzi wieder hinter die Teetasse.
„Ahhh, du hast geguckt!“
„Nein zum Donnerwetter noch mal. Ich habe deine rot gepunktete Unterwäsche gar nicht gesehen.“
Dann ging er in die Schlafstube und holte ihr einen dicken Socken aus seinem Lederkoffer. Luzi zog sich endlich aus und warf ihm die nasse Wäsche über die Teetasse zu. Sie krabbelte in den Socken hinein. Währenddessen wusch er die Sachen und hängte sie zum Trocknen auf. Dann kam der alte Jakob wieder in die Küche und kocht sich und der kleinen Luzi ein neues Frühstücksei. Er hatte dabei seine Brille aufgesetzt, um die kleine Person genauer zu betrachten. Er schmunzelte bei diesem Anblick und konnte es immer noch nicht fassen, dass er die Bekanntschaft einer kleinen Hexe gemacht haben soll. „Und ich habe immer gedacht, dass so etwas nur in einem Märchen vorkommt, hm.“ Nun bekam sie ein Stück vom Ei und einen kleinen Kanten vom Brot. Als beide satt waren sagte Luzi: „Jetzt habe ich noch Durst.“
Jakob überlegte, denn aus der Tasse konnte sie ja schlecht trinken. Also besorgte er ihr einen Fingerhut aus dem Nähkasten und füllte ihn mit Tee. „Ich glaube wir beide haben uns jetzt noch eine Menge zu erzählen“, sagt er.
„Nö.“
„Wieso?“
„Na weil mich alle aus meinem Haus jagen wollen, du auch. Stimmt doch, oder?“
„Nö“
„Nö?“
„Nö“
Und nun erzählte Jakob, wie er zu diesem Haus gekommen ist, wo er eigentlich wohnt und dass er noch gar nicht weiß, ob es ihm hier überhaupt gefallen würde.
Dann erzählte Luzi ihre Geschichte: dass sie schon über 373 Jahre hier in diesem Hause lebt, wie die letzte große Hexe anno 1674 in Damshagen hingerichtet wurde und dass sie und alle anderen Hexen sich heimlich auf dem Hexenberg getroffen hätten und beschlossen haben, solange klein zu bleiben, bis sich die Zeiten ändern würden. Dann erzählte sie noch von der bösen und geldgierigen Nachbarin, die unbedingt dieses Haus abreißen möchte, aber dass es ihr bis jetzt immer gelungen war, sie durch Zauberei zu vertreiben.
„Ich habe nämlich ein dickes Zauberbuch und da stehen ganz viele Zaubersprüche drin. Aber leider sind meine Augen nicht mehr die besten und ich kann es kaum noch lesen und behalten hab ich sie auch nicht alle.“
„Hm, mal überlegen. Probiere doch mal meine Brille aus.“
Der alte Jakob legte die Brille direkt vor ihr ab, so dass sie hindurchschauen konnte. Als sie merkte, dass sie dadurch viel besser sehen konnte, schrie sie vor Freude auf und hüpfte vor Vergnügen in dem alten Socken quer über den Tisch.
„Bei meinem Hexenzahn, da durch kann man ja sehen wie ein Falke!“
„Ich habe noch eine Ersatzbrille mit, vielleicht kann man daraus ja etwas basteln.“
Jakob besorgte sich eine Zange, ein Stück Draht, einen Hammer und ein Tuch. Er drückte ein Glas aus der Brille und legte es unter das Tuch. Nahm dann den Hammer in die Hand und schlug vorsichtig auf das Gals. Das Tuch verhinderte, dass die Splitter in der Küche umherflogen. Er hob das Tuch an und suchte sich zwei größere Scherben – eine dreieckig, eine fünfeckig – heraus und wickelte den Draht mit der Zange darum. Nun bog er hier und da noch ein bisschen und schon war eine kleine Hexenbrille fertig.
„Hier für dich, setz mal auf“
„Für mich, das ist meine, nur für mich, ein Geschenk für…“
„Ja, ja nun probiere sie endlich.“
Luzi setzte die Brille auf ihre kleine Nase und sah sich staunend in der Küche um. Dann sah sie dem alten Jakob in die Augen und wurde rot vor Verlegenheit.
„Danke“,
flüsterte sie.
„Ach, nichts zu danken. Das habe ich doch gern für dich gemacht.“
„Aber ich als Hexe habe noch nie nich ein Geschenk bekommen.“
Jakob musste ein bisschen lächeln, denn die Augen von der kleinen Hexe sahen ungewöhnlich groß aus.

http://www.augensound.de/bild38091-illustrationen-die_kleine_hexe_4_

Nun ging er in das Bad und holte ihre Wäsche, die inzwischen getrocknet war. Sie zog sich schnell hinter der leeren Teetasse an und fragte: „Was machen wir jetzt?“
„Wie wäre es, wenn du mir das Haus zeigen würdest.“
„Ja toll, soll ich mit dem Besen vorweg fliegen?“
„Nein, dann bist du mir zu schnell.“
Jakob nahm sie in die Hand und steckte sie vorsichtig in seine Brusttasche. Luzi konnte darin prima stehen und hatte auch einen guten Überblick mit ihrer eckigen Hexenbrille. So erkundeten sie das ganze Haus und den Garten. Der alte Jakob fand Gefallen an dem, was er sah und so sprach er zu ihr: „Ich werde dir wohl in diesem Haus Gesellschaft leisten. Was hältst du davon?“
„Oh ja, dann bin ich nicht mehr so allein.“
Sie gingen wieder in die Küche und setzten sich an den Tisch. Jakob erklärte ihr, dass er für ein paar Tage wieder in seine Stadt müsse um noch einige seiner Sachen zu holen. Luzi schüttelte nur mit dem Kopf: „ Das brauchst du nicht. Ich werde dir alles herbeizaubern. Schreibe alles auf einen Zettel und falte ihn dreimal zusammen.“
Währenddessen er ungläubig alles aufschrieb, holte Luzi ihr großes Zauberbuch: „Musca domestica“
Und nur einen Augenblick später kamen alle aufgeschriebenen Sachen in die Küche geflogen. Jakob bekam seinen Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. Luzi strahlte über ihr ganzes Gesicht: „Hi, hi, da staunst du, was!“
„Ja wirklich, das habe ich noch nie gesehen. Kannst du noch mehr zaubern?“
„Ja, was soll es denn sein?“
„Kannst du unser Haus und den Garten nicht unsichtbar machen und nur eine Birke stehen lassen?
Dann hätten wir auch Ruhe vor der Nachbarin.“ Sie suchte wieder eine Weile in ihrem großen Zauberbuch und sprach dann: „Betula pendula“ und schon war das Haus für alle nicht mehr sichtbar.

Oder hat jemand von euch das Haus schon gesehen? Wenn nein, dann ist dieses Märchen wahr, wenn ja, dann…?

Grüße von Reinhold und Joachim
artep-gnitlon
21.07.2009 22:47

-
darf ich mal fragen

ist das ein Märchen für Erwachsene oder für Kinder???

22.07.2009 12:33

Märchen
Tolles Märchen..............................
r-lilie
22.07.2009 21:42

-
hallo zusammen,
danke für das schreiben und lesen.
zur frage von Petra: sowohl als auch und ist in der Praxis gut angekommen.
warum deine frage?
artep-gnitlon
22.07.2009 21:50

-


war nur neugierig

Mehr nicht
gibt es das als Buch zu kaufen??
r-lilie
22.07.2009 22:13

-
Hallo Petra,
nein leider nicht. Die wenigen die ich mit der Hand gebunden hatte waren auch schnell vvergriffen.
Gruß Reinhold
artep-gnitlon
22.07.2009 22:20

-
Hallo Reinhold,

soviel Arbeit --aber ist doch schön wenn sie alle weg sind--mhh-dachte ich könnte......
Dann nicht.
lg
Petra
Dominique
24.07.2009 19:18

wunderschön
Sehr schöne Team arbeit, man kann jetzt die Bider besser verstehen
Grüße- Domi
r-lilie
25.07.2009 20:21

-
Danke
Gruß vom Team

 


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